Home Plattdeutsches Offensen Datenschutz
21.07.2018 - 17:36
Impressum
Dochesfohrt no Bad Bevensen

Hannes was bei da Dochesfohrt no Bad Bevensen, bein'n 16. Dröhpn von den Plattduitsch-Autuhrn.
De lesste Dach wuhrd mit 'ne Chottesdahnst inna Kerke beennet, de von ahn'n Pastuhr ut Barchtehade, ahn'n Plattduitschn, hohl'l wuhrd.
De Pastuhr spruuk in'n Chottesdahnste von Lazarus un sseiner Wiehr-Uppweckenunge.
Jesus harre et awelehnt, ühne bei ssein'n Krankhahtn bei te stohene un te helpn,
ofwuhle Mario un Marto de Schwestern von Lazarus, ühne dorümme be-en harrn.
Ssou was Lazarus nu storbn un et wührn all 4 Doche vabei, ihe ha no Betahnien kamm, wu ssa ühne in ahne Hühle int Chraff e-lecht harrn.
Un toun Schlusse harrn ssa vuhr düsse Hühle noch'n Rullstahn schubn.
Asse Jesus nun de Anornunge chaff, den Stahn wech te nühmne, mahnde Marto:
"Nee, nee, Mesta, ha is doch al 4 Doche ohlt un stinket doch al."
Doch, wie se denn den Stahn wejenum'm harrn, kamm de dohe Lazarus upp sein'n eijenen Feutn uter Hühl'l.
Ssou wuhrd de Allmächtichkaht von Chott un Jesus duitlich e-moket.
Sou solln de Lui-e dat vastohn.
---
Sou weit, ssou chout.
Un wahl de Pastuhr ssou duitlich von Stinken spruken harr, mahnde ha toun Schlusse:
"Jei ssühlt nich mit den Chedanken an datt Stinken no Hus cho-en.
Eck will Jöck 'n Wohlcheruch mie uppn Wech giem'm.
Twa von mein'n Hellpass stohet an'n Utchange vuhr da Kerke und wer will, kann ssein'n Finga in den Duft-Ülich stippn un sseck domie 'n Kruize upp Stehrn odda Hand moken."
Nun wusste Hannes natürlich nich ssou chenau uwa de Rejeln in ssou ahna Kerke Beschahd.
Ha harre all 'n poor Münzen inna Hand, de ha spen'n woll.
Dösig, wie ha wass, schmiet ha dat Cheld in den Duft-Ülich.
Ha ssach, wie dat Cheld do inne platschede und wusste, dat is vakehrt.
Ha chrawelde de Münzen do wiehr ruta und dieh se in ahn'n Opferstock, de anner Wand hängede.
Butn vatelde ha ssein'n Frünn'n ssein Misscheschicke un ruuk dobei an ssein'n Duft-Balssohm-Fingarn.
Do lacharn sseine Frünne un mahndn, ha herre jou woll ssou watt ähnliches wie Cheldwäsche inna Kerke bedriebn.
-----------
Jou, jou, wenn dat, wat man Cheldwäsche nennt, ümmer ssou awlaape, wührt jou chanz chout.

Tagesfahrt nach Bad Bevensen

Hannes war bei der Tagesfahrt nach Bad Bevensen, beim 16. Treffen der Plattdeutsch-Autoren.
Der letzte Tag wurde mit einem Gottesdienst in der dortigen Kirche beendet, die ein Pastor aus Bargteheide, einer von den Plattdeutschen gehalten hat.
Der Pastor sprach im Gottesdienst von Lazuarus und von seiner Wiedererweckung.
Jesus hatte es abgelehnt, ihm bei seinen Krankheiten beizustehen und zu helfen, obwohl Maria und Marta, die Schwestern von Lazarus, ihn darum gebeten hatten.
So war Lazarus nun gestorben und es waren schon vier Tage vergangen, bevor er nach Bethanien kam, wo sie ihn in einer Höhle ins Grab gelegt hatten.
Und zum Abschluß hatten sie vor diese Höhle einen Rollstein geschoben.
Als Jesus Order gab, diesen Rollstein zu entfernen, meinte Marta:
"Nein, nein Meister, er ist doch schon vier Tage alt und stinkt sicher schon".
Doch, als sie dann schließlich den Stein weggenommen hatten, kam der tote Lazarus, mysteriös anzusehen, auf eigenen Füßen heraus.
So wurde die Allmächtigkeit von Gott und Jesus deutlich gemacht, so sollten die Leute das verstehen.
--
So weit, so gut.
Und da der Pastor so deutlich vom Stinken gesprochen hatte, meinte er zum Schluß:
"Ihr sollt nicht mit dem Gedanken an das Stinken nach Hause gehen.
Ich will Euch einen Wohlgeruch mit auf den Weg geben.
Zwei von meinen Helfern stehen am Ausgang vor der Kirche und wer will, kann einen Finger in das Duftöl stecken und sich damit ein Kreuz auf die Stirn oder die Hand machen."
Nun wußte Hannes natürlich nicht so genau über die Regeln in so einer Kirche Bescheid.
Er hatte ja schon ein paar Münzen in der Hand, um sie zu spenden und dösig, wie er war, warf er das Geld in die Ölschüssel hinein, welche am Ausgang aufgestellt war.
Er sah das Plätschern im Öl und merkte sofort, daß das verkehrt war, er grabbelte die Münzen da wieder raus und steckte sie in den Opferstock, der an der Wand befestigt war.
Draußen erzählte er seinen Freunden sein Mißgeschick und roch dabei an seinen Duftbalsam-Fingern.
Da lachten seine Freunde und meinten, er hätte ja wohl sowas ähnliches wie Geldwäsche in der Kirche betrieben.
-----
Ja, ja, wenn das, was man Geldwäsche nennt, immer so ablaufen würde, wär's ja ganz gut.