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11.12.2017 - 04:52
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Die Sage vom Schäferstein
Auf der Bramburg,
Schäfersteine

die auf einem rechts vom Wege gelegenen Berge gestanden, hat einmal ein Fräulein gewohnt, welches dahin verwiesen war.

Diese begehrte ein Riese zur Frau, und sie willigte in sein Verlangen unter der Bedingung, dass er einen gewaltigen Steinblock - und das war der Schäferstein - auf den gegenüberliegenden Berg trage

Der Riese kam aber nur bis ins Tal, wo ihm der Stein aus der Hand fiel - und noch bis auf den heutigen Tag liegt, da wo er niedergefallen ist."

Eine andere Form der Sage

will Heinrich Röser um 1940 in einer abgelegenen Mühle am Fuße des Brambergs aus dem Munde eines alten Mütterchens gehört haben:

Ein Ritter auf der Bramburg hatte eine liebliche Tochter.

Zu der entbrannte ein armer Schäfer, der am Fuße des Berges seine Herde weidete, in heißer Liebe.

Das Burgfräulein lernte ihn wieder lieben, den schönen Schäfer.

Oft trafen sich die beiden im Abenddämmern unter der Eiche im Tale. Bei den großen Feldsteinen dort meinten sie in Sicherheit zu sein.

Aber bald traf sie großes Leid.

Der gestrenge Burgherr war der Tochter nachgeschlichen und überraschte sie eines Abends bei ihrem Stelldichein.

Hinterlistig versprach er dem Schäfer die Hand seiner Tochter, wenn es diesem gelingen würde, den größten der Steine zur Bramburg hinaufzutragen.

Seiner Liebe wegen unterzog sich der Schäfer der schier unmöglichen Aufgabe.

Aber er brach bald am Hange tot zusammen, und der Stein blieb an der Stelle liegen, an der er niedergesunken war.

Darum soll er der "Schäferstein" heißen."